Hanebüchene Argumente

Staatstraße: Ab sofort gilt Tempo 60

Tempo60-Schild an der Staatsstraße. Foto: Ritter Am Donnerstag kam die Pressemitteilung aus dem Landratsamt Bayreuth, gestern Nachmittag wurden die neuen Schilder bereits angeschraubt: Aus Anordnung von Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel besteht ab sofort auf der Staatsstraße 2186 zwischen der Rupertuskapelle und dem Ortsende von Truppach eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer.

Hanebüchene Argumente

Jetzt endlich wurde umgesetzt, was Obernseeser Bürger seit vielen Jahren schon fordern: Auf der Staatsstraße gilt ab sofort Tempo 60. Eine seit langem notwendige bürokratische Entscheidung, die jedoch nur dann etwas bringt, wenn sich die Kraftfahrer auch daran halten. Denn diese gerade, auf langer Distanz einsehbare Strecke verleitet zum Rasen, und wer es eilig hat und mögliche Kontrollen nicht scheut, wird, wie die Erfahrung der Obernseeser bestätigt, sein Gaspedal auch weiterhin durchdrücken.
Den Fußgängern, die diese Straße zur Bushaltestelle überqueren müssen, bringt die Anordnung des Landrates keinen Vorteil. Frequentiert wird die Haltestelle vor allem in den Morgenstunden, wenn die Sicht für Fußgänger und Autofahrer beschränkt und der Berufsverkehr am Rollen ist. Dieser Umstand wurde dem 16-jährigen Mädchen zum Verhängnis. Und nicht die von Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel angeführte Begründung, die hohe Akzeptanz der Therme und die neuen Baugebiete in Obernsees hätten das Verkehrsaufkommen erhöht. Morgens um 7 Uhr fährt noch kein Badegast in die Therme, und wo, bitte schön, sind diese neuen Baugebiete? Braunersberg kann ja nicht gemeint sein.

Nein diese Anordnung geht an der Realität vorbei. Was Obernsees braucht, ist eine Verlegung der Bushaltestelle. Statt sich hinter Paragraphen zu verschanzen, sollten die Damen und Herren bei den zuständigen Stellen endlich über ihren Schatten springen und Fantasie aufbringen für eine Sinnvolle Lösung. In die einbezogen werden muss auch der örtliche Sportverein. Hier muss, statt teure Unter- und Überführungen zu bauen, die Trennung von Sportgelände und Sportheim beseitigt werden.

Der rollende Verkehr darf nicht länger Opfer fordern, weder in Obernsees noch andernorts. Fußgänger haben keine Knautschzone, auch bei Tempo 60 nicht.

Gunter Becker